Die Kerze ist da

Firma Eckl hat geliefert. Unser Kamin-Bausatz kam heute sauber verstaut per Spedition.

Sogleich ging es an das Auspacken und relativ schnell kam das erste Problem zu Tage . Wie zum Henker soll der Brenneinsatz von Schmid ins Haus gelangen? 190 kg? Verdammte Axt. Es waren zwar einige fleißige Helferlein vor Ort, keiner davon kannte jedoch Mirakulix‘ Rezept für den Zaubertrank. Also ab ans Telefon, Tobi anrufen. Der trägt schon für zwei und brachte zum Glück noch zwei starke Kumpels mit. Grob hingestellt war er dann also schon mal.

Beim Durchgehen der gelieferten Teile stieg dann ein leichtes Gefühl von Panik in uns hoch. Was hatte der Verkäufer gesagt? Für den versierten Heimwerker ist der Eigenaufbau kein Problem? Hmm, naja. Da im Laufe des Tages drei versierte Heimwerker immer mal wieder über die mitgelieferten Zeichnungen blickten und alle immer wieder freiwillig weitergezogen sind zum Spachteln der Wände wurde die Verunsicherung immer größer.

Was also tun? Doch bei Eckl anrufen und die weisse Fahne schwenken? Die Moneten für den Aufbautrupp sind eigentlich nicht vorhanden. Die Gedanken kreisten um Sätze wie „Warum nur?“ oder „Mehr Mut als Verstand. Mal wieder….“

Aber nützt ja nix. Zwei Nächte drüber geschlafen und es war Zeit für ein Telefonat mit Herrn Erras von Eckl. Dieser konnte tatsächlich alle Fragezeichen beseitigen und machte Mut, einfach mal anzufangen. Das wird schon….

Also fing ich an. Zunächst mal nahm ich mir wirklich viel Zeit, den Raum auszumessen, die Stellfläche auszuwinkeln, alle Teile zu vermessen und mich in sämtliche wichtigen Maße reinzufuchsen. Als nächstes schubste ich die Brennkammer in Position. Das geht ganz gut mit einem langen Balken und dem Gesetz der Hebelkraft. Penibles Ausrichten versteht sich von selbst. Noch schnell den  Haftgrund auf den Estrich, dann kann der schön einziehen.

Schon war es an der Zeit, die Porenbetonsteine so zu sägen, dass daraus ein wunderschöner Sockel wird. Die frisch gekaufte Porenbetonsäge landete direkt nach dem ersten Schnitt in der Ecke. Spart euch diese Investition, eine gewöhnliche  Holzsäge funktioniert meiner Meinung nach sehr viel besser und ist mit zwei Latten als Führung mehr als genau.

Zum Feierabend wollte ich noch schnell das Abgasrohr ausrichten.

Schnell? Pustekuchen. Nachdem ich die Gusskuppel 218 mal im Kreis drehte und mit den Stahlrohren 3481 verschiedene Kombinationen probierte stieß ich eher zufällig auf die richtige Position. Ich glaub, zuhause such ich mal den Zauberwürfel. Das klappt heute bestimmt auch noch.

Das Ergebnis nach 12h Mut und Hirnschmalz: die Brennkammer steht, der Sockel ist vorbereitet und das Rohr ist ausgerichtet. Wer hätte das gedacht…..

Staubwüste

Und weiter? Tjoa, da gibt es die nächsten Tage tatsächlich gar nicht viel zu berichten. Man nehme jede Menge Knauf Uniflott, einen Eimer, eine Maurer- und eine Glättekelle und los geht’s. Ach ja, und natürlich Schleifgitter.

Hier mal nebenbei der Eigenbau-Kabelschacht für den Fernseher. Ein Lüftungskanal aus dem Baumarkt. Kosten: ca. 10€, Nutzen: Unbezahlbar

Spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln…….schleifen, schleifen, schleifen, , spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln, spachteln……..schleifen, schleifen, schleifen, schleifen….

Wie wir den Staub jemals wieder loswerden sollen? Keine Ahnung, alles riecht danach, alles schmeckt danach, die Autos sehen aus wie Sau, die Werkzeuge im Haus sowieso, mittlerweile ist er sogar Zuhause angekommen. Also im jetzigen Zuhause. Fieses Zeug.

Los geht die Aufholjagd

Zum Start haben wir erstmal die feine Treppe wieder ordentlich verpackt. Nicht dass ihr noch mehr zustößt.

Dann ging es der Elektrik an den Kragen. Zunächst mal mussten alle Einsätze aus den Dosen raus und wir erweiterteten die Elektrik nach unseren Vorstellungen. Hier mal eine Dose dazu, dort mal einen Kabelschacht setzen, in der Küche die Spots ausprobieren.

Übergabe numero due

Die Elektriker haben ordentlich nachgearbeitet und sind nun durch. Firma Kreie war auch spontan da und hat den Estrich an den Wänden weggestemmt, einen neuen Randdämmstreifen gesetzt und im Elternbad die Beulen weggeschliffen.

Auch der Kundendienst von Bien Zenker war mal wieder vor Ort und hat die noch zu tauschende Terassentür komplett erneuert. Da Bien Zenker uns eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie mit Fenstern nicht umgehen können, war dies die letzte Bedingung für einen neuen Versuch einer Hausübergabe.

Also auf zu Runde 2.

Unser Bauleiter hat sich spontan Zeit für uns genommen und so gingen wir ein weiteres Mal alle Punkte einer Übergabe durch. Einiges konnten wir aus dem Protokoll streichen, einiges ist nun jedoch hinzugekommen. Zum Beispiel etwas eeeeeecht Ärgerliches, vollkommen Vermeidbares. Unsere schöne Treppe war bis zur ersten Übergabe astrein verpackt. Zur ersten Übergabe entblätterten wir sie zur Kontrolle und erfreuten uns an ihr. Leider wurde sie zur Nacharbeit der Elektriker nicht wieder verpackt, trotz Hinweis unsererseits. Nun haben wir also Macken in mehreren Stufen. Dankeschön, ab ins Protokoll damit, wir warten auf den Kundendienst….

Was ist sonst noch offen? Zum Beispiel bekommen wir noch zwei neue Glasscheiben, viele neue Glasleisten, eine Fensterdichtung löst sich, an mehreren Rahmen müssen Macken entfernt werden, von Loxone ist noch garnichts installiert, der Aussenputz wird nachgearbeitet.

Ansonsten lief die Übergabe glatt, bezüglich eines Einbehalts für die noch offenen Punkte wurden wir uns einig und so gab es die finalen Unterschriften unter das Protokoll. Nach einem Sektchen schmissen wir schnell den Bauleiter aus dem Haus und fingen direkt an. Immerhin müssen wir zwei Monate aufholen.

 

Nachsitzen

Nach der geplatzten Übergabe wird wieder kräftig nachgearbeitet. Firma Krause hat die ganze Woche über das Haus zerpflückt und sämtliche Kabel ausgetauscht. Zum Glück konnten sie dabei den Estrich heile lassen. Teilweise haben sie sich beholfen, indem sie Bohrungen am Rande des Estriches gemacht haben um vom Erd- ins Obergeschoss zu kommen, teilweise haben sie Umwege über die Decke genommen. Das Aufreißen des Estrichs war unsere größte Sorge, alles „gut“ also.

Alles gut? Nee, nicht wirklich. Leider ist bei diesen Bohrungen aufgefallen, dass der Randdämmstreifen zwischen Estrich und Wand teilweise nicht korrekt gesetzt wurde und der Estrich darunter gelaufen ist. Eine Entkoppelung zur Wand ist daher nicht gegeben und wir haben um Nacharbeit gebeten. Immer mal was Neues, es soll ja nicht langweilig werden, oder?